Boas-Pythons

von Erich Koerber


Es gibt einige befremdliche, ja fast abschreckende, Veröffentlichungen über die Haltung und Zucht des Diamantpythons (Morelia spilota spilota). Jedoch sollte man sich meiner Ansicht nach davon nicht abhalten lassen diese prachtvolle Schlange selbst zu pflegen. Er ist zweifelsohne einer der schönsten Pythons mit einem sehr ruhigen Temperament und eigentlich nicht sonderlich schwer zu halten.

Ich erinnere mich noch genau als ich zum ersten Mal einen Diamantpython sah. Er übertraf alles was ich bisher an Pythons gesehen hatte und ich war vom ersten Augenblick an von dieser Spezies gefesselt. Es ist seither viel geschehen, und etliche Herpetologen haben sich vergeblich an der Haltung und Zucht dieser Schlange versucht. Jedoch hat sich auch einiges an Wissen und Erfahrung angesammelt, so daß in den letzten Jahren mehr und mehr Tiere erfolgreich gezüchtet wurden und auch den Liebhabern zur Verfügung standen. Anfangs natürlich zu sehr hohen Preisen.

Gute Berichte hinsichtlich der Zucht und Pflege des Diamantpythons waren oft nicht verfügbar und die wenigen Informationen, die zur Verfügung standen, hatten meist einen eher negativen Inhalt. Zum Beispiel haben einige Halter, nachdem sie sich erfolglos an seiner Pflege versucht hatten, mit negativen Abhandlungen über die längere erfolgreiche Haltung von Diamantpythons, natürlich ohne hinreichende Beweise, dazu beizutragen die Träume etlicher Schlangenhalter, diese Tiere mal selbst erfolgreich zu halten und gar zu züchten, sogar zerstört. Die tatsächlichen Gründe zur erfolgreichen Haltung und Zucht sind vielmehr woanders zu suchen und basieren nicht auf vagen Vermutungen. Definitiv ist der Diamantpython der einzige Python der südlich des 37. Breitengrades vorkommt und ist auch besser an kühlere Perioden angepaßt als jede andere Pythonart. Seine dunkle Färbung unterstreicht daß er unter Bedingungen lebt, die es nötig machen soviel Wärme wie möglich in seinem Lebensraum aufzunehmen und zwar zu jeder Jahreszeit!

Der Diamantpython kommt entlang der australischen Ostküste von Taree, New South Wales, bis in die Nordspitze von Victoria vor. Es ist augenscheinlich, daß Tiere aus den nördlichen Lokationen weniger gepunktet und nicht so intensiv schwarz gefärbt sind, wie in den anderen Verbreitungsgebieten. Außerdem sind die Neugeborenen aus diesen Regionen eher rotbraun gefärbt. Im Großen und Ganzen ist das Erscheinungsbild jedoch relativ einheitlich. Sie sind grundsätzlich schwarz mit gelben oder weißen Flecken und Punkten die durch ihre Form und Anordnung letztlich auch an Diamanten erinnern. Die eigentliche Übersetzung aus dem Lateinischen würde eher "Gepunkteter Morelia" bedeuten. Die Unterseite ist gelblich bis elfenbeinfarben mit schwarzen Sektionen. Der Kopf ist dreieckig und setzt sich deutlich vom Körper ab. Auffällig ist auch die kobaltblaue Zunge.

Das natürliche Verbreitungsgebiet besteht aus Wald und Felsgebieten und im Winter können die Temperaturen nachts durchaus bis in die Nähe des Gefrierpunkts abfallen. Je nach Jahreszeit findet man die Tiere an den Orten, die gerade die optimalen Bedingungen bieten und sie richten auch ihren Lebensrythmus, wie Paarung, Nahrungssuche und Winterruhe danach aus.

Auch in der Terrarienhaltung sollte man sich an gewisse Grundlagen aus den natürlichen Lebensbedingungen halten, was aber auf keinen Fall bedeuten kann die Tiere in den Wintermonaten unter 10 bis 15 Grad Celsius abzukühlen und dies auch nur in Verbindung mit einer lokalen Wärmequelle und für einen begrenzten Zeitraum, denn auch in der Natur haben die Tiere in den Kälteperioden die Möglichkeit sich tagsüber in der Sonne aufzuwärmen und diese Wärme in ihrem Unterschlupf auch zu kompensieren.

Nach meiner Einschätzung ist in der Terrarienhaltung ein Tages- und Nachtgefälle in einem Temperaturbereich von 30 Grad Celsius (lokal) tagsüber und 23 Grad nachts, und 25 Grad Celsius tagsüber und 15 Grad Celsius nachts für zwei Monate als Kühlphase im Winter, völlig ausreichend. Man sollte immer daran denken, daß die Sonnenstrahlen auf einer überwiegend schwarzen Oberfläche auch an kühlen Tagen als Wärmequelle keinesfalls zu unterschätzen sind und auch einige Tiere schon sterben mussten, weil sie über einen längeren Zeitraum zu kühl gehalten wurden und keine Möglichkeit hatten eine kurze Aufwärmphase in Anspruch zu nehmen. Jedenfalls konnte ich unter diesen Bedingungen die Tiere schon erfolgreich verpaaren und habe auch sonst noch keine negativen Auswirkungen feststellen können. Im Gegenzug halte ich die so genannte Kühlperiode für eine erfolgreiche Haltung und natürlich auch Zucht über einen längeren Zeitraum für unbedingt erforderlich!

Aus meiner Sicht gibt es auch noch zu erwähnen, die Tiere auch keinesfalls zu feucht zu halten. Das natürliche Verbreitungsgebiet hat teilweise sehr heiße und trockene Tage in den Sommermonaten, wo auch über einen längeren Zeitraum keine nennenswerten Niederschläge stattfinden. Auch die Wintermonate kann man nicht als sehr niederschlagsreich bezeichnen und zu feuchte Bedingungen führen dann nur zu Erkrankungen der Atemwege.